Logistikzentrum Importhaus Wilms

Aufgabenstellung war es, ein verkehrsgünstig gelegenes Warenverteilzentrum zu bauen, welches auch zu späterer Zeit noch räumliche Expansionen zulässt. Der Nutzer des Gebäudes, die Firma Importhaus Wilms / Impuls GmbH & Co. KG in Alzey, bedeutender Feinkostgroßhandel und Importeur bekannter Markenartikel, betreibt hier den gesamten Warenumschlag. Das äußere Erscheinungsbild beider Gebäudeteile, Kommissioniergebäude und Hochregallager, wird geprägt von vertikal strukturierten Blechfeldern. Diese wechseln im Bereich des Kommissioniergebäudes in einem strengen, an den Vertikalachsen orientierten Rhythmus mit Fensterwandflächen, die, in sich durch horizontale Elemente gegliedert, die Tragebenen und Nutzungsbereiche sichtbar machen.

Die strukturierten Blechflächen des Kommissioniergebäudes werden in der Außenwand des Hochregallagers in gleicher Höhe und identisch in Struktur und Farbe in einem rhythmischen Wechselspiel zitiert und visualisieren gewissermaßen die funktionale Verzahnung der in den Proportionen ansonsten sehr unterschiedlichen Baumassen.

Einlaufende Ware wird in der unteren Ebene des Kommissioniergebäudes registriert und durch automatische Fördereinrichtungen im Hochregallager zwischengelagert. Die Aufträge der Kunden werden zu Kommissionen gebündelt und die Ware, weitestgehend automatisiert, in der oberen Ebene des Kommissioniergebäudes aus Hochregal- und Kommissionslager entnommen, zu Kommissionen zusammengestellt, verpackt, in die untere Ebene transportiert und zum Versand bereitgestellt.

Die Kopf- bzw. Westfassade des Kommissioniergebäudes wird geprägt von den Kontaktstellen der 10 Verladebühnen, über die sich der gesamte Warenverkehr abwickelt und durch die sich die Funktion des Gebäudes nach außen darstellt. Die Außenwand des Gebäudes ist, als transparente Glaswand, im Bereich des Mittelschiffes um 5,0 m zurückversetzt. Sie bildet mit dem es überwölbenden Bogensegmentdach, getragen von einem freigespannten Bogenfachwerkbinder als Tor zur Welt, das überdachte Entree des Hauses.

Das Untergeschoss ist in massiver Stahlbetonbauweise errichtet und verschwindet nördlich im Hang des nach Süden abfallenden Grundstückes. Das Obergeschoss ist in Stahl-Leichtbauweise ausgeführt. Es hat umlaufende Fenster im Wechsel mit geschlossenen Wandflächen und ermöglicht, durch zusätzliche Dachoberlichtfenster verstärkt, die natürliche Belichtung der Innenräume und den Sichtkontakt nach außen.

Das Hochregallager ist in der sog. Silobauweise errichtet, d. h., die Regale, in die das Lagergut auf Paletten eingelagert wird, tragen auch die äußeren Metallwände und das Dach. Es ist fensterlos und ohne innere Geschossunterteilung.

Umfangreiche Gründungsmaßnahmen waren insbesondere für das äußerst setzungsempfindliche Hochregallager erforderlich. Es mussten insgesamt 150 Betonbohrpfähle mit einer mittleren Länge von 25 m in den Untergrund eingebracht werden. Darauf ruht eine 0,80 m dicke Betonplatte, die die aufgehenden Gebäudeteile, das zwei geschossige und 13 m hohe Kommissioniergebäude und das ein geschossige, 27 m hohe Hochregallager, trägt.